Pflegegrad beantragen: So geht es Schritt für Schritt
Stand: August 2026 · geprüfte Beträge nach SGB XI
Schritt 1: Antrag bei der Pflegekasse stellen
Ein formloser Anruf oder Zweizeiler genügt: „Hiermit beantrage ich Leistungen der Pflegeversicherung." Die Pflegekasse ist bei der Krankenkasse angesiedelt. Wichtig: Leistungen gibt es rückwirkend ab dem Monat der Antragstellung — jeder Monat Zögern kostet bares Geld.
Schritt 2: Den Begutachtungstermin vorbereiten
Der Medizinische Dienst (MD) meldet sich für einen Hausbesuch. Er bewertet in sechs Bereichen, wie selbstständig die Person ihren Alltag bewältigt — von Mobilität über Kognition bis zur Selbstversorgung. Der häufigste Fehler: Am Begutachtungstag reißen sich viele Pflegebedürftige zusammen und wirken fitter, als der Alltag ist.
Der wichtigste Tipp: das Pflegetagebuch. Notieren Sie zwei Wochen lang, wobei Sie täglich helfen — Waschen, Anziehen, Toilettengänge, Erinnerungen an Medikamente, nächtliche Einsätze. Dieses Dokument liegt beim Termin auf dem Tisch und verhindert, dass ein „guter Tag" das Ergebnis verzerrt.
Schritt 3: Beim Termin dabei sein
Ein Angehöriger sollte die Begutachtung immer begleiten und konkret schildern, wo im Alltag Hilfe nötig ist. Beschönigen Sie nichts — es geht nicht um Höflichkeit, sondern um eine realistische Einstufung.
Schritt 4: Den Bescheid prüfen
Die Pflegekasse muss in der Regel innerhalb von 25 Arbeitstagen entscheiden. Im Bescheid stehen Pflegegrad, Beginn und Begründung. Prüfen Sie das Gutachten genau — Sie können es anfordern, falls es nicht beiliegt.
Schritt 5: Bei zu niedriger Einstufung widersprechen
Rund jeder dritte Antrag wird abgelehnt oder zu niedrig eingestuft — und viele Widersprüche haben Erfolg. Sie haben einen Monat Zeit. Wie das geht, steht in unserem Ratgeber Widerspruch gegen den Pflegegrad-Bescheid.
Anträge nicht allein ausfüllen
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Häufige Fragen
Wie lange dauert es bis zum Pflegegrad?
Die Pflegekasse muss in der Regel innerhalb von 25 Arbeitstagen nach Antragseingang entscheiden. Bei besonderer Dringlichkeit, etwa nach einem Krankenhausaufenthalt, gelten verkürzte Fristen.
Ab wann gibt es die Leistungen?
Rückwirkend ab dem Monat der Antragstellung — nicht ab der Begutachtung oder dem Bescheid. Deshalb sollte der Antrag so früh wie möglich gestellt werden.
Was kostet der Antrag?
Nichts. Antrag und Begutachtung durch den Medizinischen Dienst sind kostenlos.
Was ist, wenn sich der Zustand verschlechtert?
Dann können Sie jederzeit einen Höherstufungsantrag stellen. Der Ablauf ist derselbe: Antrag bei der Pflegekasse, neue Begutachtung, neuer Bescheid.
Weiterlesen
- Pflegegeld 2026: Alle Beträge
- Widerspruch: Wenn der Bescheid zu niedrig ausfällt
- Pflegegrad 2: Alle Leistungen
Alle Angaben sorgfältig geprüft (Stand August 2026), ohne Gewähr — keine Rechtsberatung. Beträge nach SGB XI, gültig bis zur nächsten gesetzlichen Anpassung.